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Der Park-Planer: Walt Disney und seine Welt

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Walt Disney und seine Welt
Die Geschichte von Walt Disney World
Martin Kölln
 

Der "Vater der Maus", Walter Elias Disney, wurde am 5. Dezember 1901 als viertes von fünf Kindern in Chicago geboren. 1906 zog die Familie Disney, darunter auch Walts älterer Bruder Roy, nach Marceline, einer Kleinstadt in Missouri um. Auf einer Farm verbrachte Walt seine Kindheit und entdeckte seine Zeichentalente. 1910 musste Walts Vater Elias Disney die Obstfarm verkaufen und die Familie zog nach Kansas City, wo Walt die nächsten sechs Jahre Zeitungen austrug. Im Sommer 1916 arbeitete er als Süßigkeitenverkäufer im Santa Fe Express und zog im Herbst wieder nach Chicago, wo er die Kunstakademie besuchte.
 
Nachdem sein Bruder Roy gegen Ende des Ersten Weltkrieges nach Europa aufgebrochen war, meldete sich der 17jährige Walt beim Roten Kreuz, konnte aber wegen einer Grippe nicht nach Europa und musste in Chicago bleiben. Nach Kriegsende wurde er dann 1918/19 doch noch als Fahrer nach Frankreich geschickt.
 
Zurück in Kansas City traf Walt auf Ub Iwerks, mit dem er zunächst ein Zeichenstudio und wenig später ein Zeichentrickfilmstudio aufmachte. Das Studio ging pleite und Walt erkannte, dass er in Kansas City mit seinen Filmen keinen Erfolg haben würde. So reiste er 1922 in die Metropole des Films: nach Hollywood. Er wohnte bei seinem Onkel und arbeitete in dessen Garage weiter an seinen Filmen.
Eine Filmverleihfirma aus New York kaufte den Film "Alice's Wonderland" und gab weitere Filme bei Walt in Auftrag. Da Roy das Projekt mitfinanziert hatte, unterzeichneten beide am 16. Oktober 1923 den Vertrag - die Disney Company war gegründet.
 
1925 heiratete Walt seine Angestellte Lillian Boards. Die Firma lief so gut, dass das Studio ein Jahr später in die Hyperion Avenue umziehen konnte. 1928 kam es zu einem Streit zwischen Disney und seiner Filmverleihfirma in New York, die die Rechte an seiner Figur "Oswald" hatte. Nachdem Walt Disney zu Verhandlungen nach New York gefahren war, endete der Streit mit der Auflösung des Vertrags.
 
Legenden berichten, dass auf der Bahnfahrt von New York zurück nach Los Angeles eine neue Zeichentrickfigur zum Leben erweckt wurde. Ihr Name sollte "Mortimer the Mouse" werden. Glücklicherweise überzeugte ihn seine Frau Lillian dann doch noch von dem Namen "Mickey Mouse".
 
Der erste Mickey Maus Cartoon hieß "Plane Crazy", doch den ersten öffentlichen Auftritt hatte Mickey am 18. November 1928 bei der offiziellen Premiere von "Steamboat Willie", dem ersten vertonten Zeichentrickfilm. Mickeys Stimme stammte von da an (bis 1946) von Walt Disney selbst. Alleine in den 30er Jahren entstanden 90 Mickey Filme, darunter auch 1935 der erste Mickey Maus Film in Farbe "The Band Concert".
 
Für den 1932 in Farbe produzierten Film "Flowers and Trees" bekam Disney seinen ersten Oscar. In den folgenden Jahren kamen noch zahlreiche hinzu.
 
In den Jahren 1934 bis 1937 arbeiteten die Disney Studios an einem völlig neuen Projekt, dem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm. Statt den üblichen wenigen Minuten der Vorfilme sollte "Schneewittchen und die sieben Zwerge" die volle Spielfilmlänge haben. Der Film wurde zu einem der größten Disney Erfolge.
 
Schon seit den dreißiger Jahren geisterte in Walt Disneys Kopf das Bild eines eigenen Vergnügungsparks herum. Eigentlich wollte er diese Idee auch schon früh in die Tat umsetzen und neben dem neuen Studio in Burbank ein kleines Disneyland bauen, doch sein Bruder Roy, der für die Finanzen zuständig war, sagte nein.
Erst 1952 nahmen Walt Disneys Pläne für einen Mickey-Maus-Park konkrete Formen an, allerdings waren diese Pläne im Laufe der Jahre auf Dimensionen angewachsen, die das kleine Stückchen Land in Burbank nicht mehr aufnehmen konnte.
 
In Anaheim, im Süden von Los Angeles, kaufte Disney ein großes Stück Land und ließ hier sein Disneyland entstehen. Für die Konstruktion der Attraktionen gründete Walt Disney die Firma WED Enterprises und suchte hierfür seine talentiertesten Künstler aus, um seinen Traum zu verwirklichen. Mitte der Achtziger wurde die Firma zu Walt Disney Imagineering.
 
Am 17. Juli 1955 eröffnete Disneyland und gab den Besuchern den Weg frei in die Themenländer Main Street U.S.A., Adventureland, Frontierland, Fantasyland und Tomorrowland mit insgesamt 20 Attraktionen. Der Park war auf Anhieb ein unglaublicher Erfolg. Im folgenden Jahr öffneten 12 weitere Attraktionen und Jahr für Jahr kamen weitere hinzu.
 
In den ersten Jahrzehnten der Disneyland-Parks waren die Attraktionen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Es gab Coupon-Hefte, in denen Eintrittskarten für die verschiedenen Attraktionsgruppen vorhanden waren.
Die "A-Ticket-Rides" waren die weniger aufregenden Fahrten, während die "D-Tickets" (ab 1956) für die aufwendigeren Attraktionen waren. 1959 wurde zum ersten Mal das "E-Ticket" für ganz besondere Attraktionen wie die Jungle Cruise benutzt. Eine andere Attraktion, die in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Runden drehte, war Amerikas erste täglich fahrende Monorail.
 
Für die Weltausstellung in den Jahren 1964 und 65 in New York konstruierte Disney mehrere Attraktionen. Für den UNICEF-Pavillon entwarf er eine Attraktion, die nun weltweit in jedem Disney-Park steht: "It's A Small World". Für das "Progressland" von General Electric baute er das "Carousel Of Progress", das Sie jetzt im Magic Kingdom besuchen können. Der Staat Illinois präsentierte sich mit der Show "Great Moments With Mr. Lincoln", in der ein audioanimatronischer Lincoln Ausschnitte aus berühmten Reden vortrug - ein Vorläufer der Hall Of Presidents im Magic Kingdom. Die vierte Attraktion war "Ford's Magic Skyway", in der Besucher in Ford-Autos durch eine Dinosaurierlandschaft fahren konnten.
 
Schon seit dem Beginn der sechziger Jahre dachte Disney über ein zweites Disneyland im Osten der USA nach. Hier wollte er die Fehler seines ersten Parks nicht wiederholen - und der größte Fehler war der Ankauf von zu wenig Land.
Mehrere Orte waren in der engeren Auswahl, darunter auch Washington D.C. und St. Louis. Doch am Ende machte Orlando das Rennen, wo unter großer Geheimhaltung von mehreren Agenten Land aufgekauft wurde, das der doppelten Größe der Insel Manhattan entspricht.
 
Am 15. November 1965 wurde zum ersten Mal das neue Disney-Projekt auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Neben einem Park nach dem Vorbild Disneylands sollte hier auch EPCOT (Experimental Prototype Community Of Tomorrow) entstehen, eine Stadt der Zukunft.
 
Am 15. Dezember 1966 starb Walt Disney an den Folgen von Lungenkrebs. Sein Bruder Roy übernahm die Führung des Konzerns und seine Mitarbeiter arbeiteten weiter an den Plänen für den neuen Park, so dass im April 1969 nach großangelegten Landgestaltungsmaßnahmen mit der Konstruktion des Magic Kingdoms begonnen werden konnte.
 
Am 1. Oktober 1971 öffnete Walt Disney World zum ersten Mal seine Tore für die Öffentlichkeit. Neben dem Magic Kingdom gab es Golfplätze, Sportmöglichkeiten sowie das Contemporary und das Polynesian Resort Hotel.
 
In den folgenden Jahren wurde das Magic Kingdom immer wieder durch neue Attraktionen erweitert. 1973 öffneten die Pirates Of The Caribbean, 1975 flogen die ersten Gäste durch Space Mountain und 1977 zog zum ersten Mal die Main Street Electrical Parade über die Main Street.
 
Walt's ursprüngliche Pläne für EPCOT wurden Mitte der 1970er Jahre wieder aufgenommen, doch anstelle einer Stadt der Zukunft sollte dies nun ein zweiter Themenpark werden. Die Konstruktion hierfür begann 1979. Drei Jahre später, am 1. Oktober 1982, wurde das EPCOT Center mit den beiden Teilen Future World und World Showcase eröffnet.
 
In Disneyland Anaheim wurden 1982 die A bis E Tickets durch eine einzige Eintrittskarte, wie man sie heute kennt, ersetzt. Im folgenden Jahr öffnete am 15. April das Tokyo Disneyland, das eng an das amerikanische Vorbild angelehnt wurde.
 
1987 bekamen die Disney Parks ihre eigene Währung mit dem Disney Dollar. Mickey, der auf dem Ein-Dollar Schein abgebildet war, feierte ein Jahr später seinen sechzigsten Geburtstag. Das Magic Kingdom feierte in Mickey's Birthdayland kräftig mit. In Epcot begann eine Tradition: das Feuerwerk "IllumiNations" erhellte zum ersten Mal den Himmel über der World Showcase Lagoon.
 
Am 1. Mai 1989 eröffneten die Disney-MGM Studios, zwei Jahre bevor der Konkurrent Universal seinen Filmpark eröffnete. Die Studios hatten einen überragenden Erfolg, so dass zunächst einmal der Parkplatz und ein Jahr später der gesamte Park erweitert wurde.
Als zweiter Wasserpark nach River Country (1976) eröffnete Typhoon Lagoon und die Party begann auf Pleasure Island.
 
In den folgenden Jahren wurden die drei Themenparks um immer mehr Attraktionen erweitert, einige Attraktionen wurden renoviert, andere verschwanden für immer. Neue Hotelanlagen wurden gebaut, Wasserparks und Sportanlagen eröffneten. Sogar Walt Disneys ursprünglicher Traum von EPCOT, als Stadt der Zukunft, wurde mit der kleinen Stadt "Celebration" zumindest teilweise erfüllt.
 
Der neueste Walt Disney World Park öffnete dann am 22. April 1998 seine Tore: Disney's Animal Kingdom, ein Tierpark nach Disney-Art. Dieser wurde schon im folgenden Jahr durch das Themenland Asien mit der Floßfahrt auf dem Kali Fluss erweitert.
 
Weitere Erweiterungen in der ganzen Welt folgten und werden noch folgen. Zwei völlig neue Parks öffneten: "Disney's California Adventure" in Anaheim und "Tokyo DisneySea" in Japan. Auch Disneyland Paris wurde um den Filmpark "Walt Disney Studios" (nach Vorbild der "Disney-MGM Studios") erweitert.
Die Welt, die Walt Disney schuf, hat sich ständig verändert und wird sich ständig ändern und seine Ideen werden auch in den kommenden Jahren für weitere Attraktionen und weitere Parks auf der ganzen Welt sorgen.
 

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"Walt Disney und seine Welt", eine Zusammenfassung von "Die Walt Disney Story" und "Die Walt Disney World Story" aus den Park-Planer Reiseführern "Der Park-Planer für das Walt Disney World Resort bei Orlando, Florida - 2. Edition" und "Der Park-Planer für das Disneyland Resort Paris mit dem Walt Disney Studios Park" von Martin Kölln.
Copyright 2001-2006: Martin Kölln.
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Der Park-Planer am 5.2.2012

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